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Seit Jahrhunderten verlangen die Musiker von uns Wunder; wir erfüllen ihre Wünsche
     
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Perfektion ist der Anfang der Kunst


"Unruhige, Leute, die noch Schätze suchen, und Kenner der granadinischen Schule haben ein obligatorisches Rendez-vous mit diesen Gitarren. Wer sie noch nicht gespielt hat, kann nicht sagen, alles gesehen und gehört zu haben."


Manuel Alvarez in Acordes

 
 
 
   

"Pianissimo bis ins Unendliche, Fortissimo soweit einer´s hinkriegt"
 
 

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Internet kann weder Ton noch Takt meiner Instrumente transportieren,
Ich lade Sie ein in meine Werkstatt, um sie auszuprobieren.
Was ich suche? Kathleen Battle in den Höhen und Nina Simone in den Bässen

Franz Butscher

 

 

 

Gitarristen, die schon eine Franz Butscher spielen

Pavel Steidl Czech Republic
Jorge Orozco Torrent
Fernando Espi Alicante
Michael Winkler Eos Quartett Suiza
Nirit Wexler Israel
Masayuki Kato Japón
Emilio Maya Granada
Manuel Hernandez Algiva
Carlos Santiago Maldonado Motril
Ziggy Rozbroy(El Gato) Spain

Coleccionistas
Víctor Merelo Tarragona
Antonio del Pozo Madrid

Tiendas
Madrid Esperanza Mendizabal
Barcelona Casa Luthier
Granada Piano Francis
París La Guitarrería
Amsterdam La Guitarra Buena
Colonia Viertmann
New York Beverly Maher
London Spanish Guitar Centre

Gracias por la confianza

 

 

Modelle

 

Modell traditionell, frei nach Torres

Guitarra Clásica y Flamenca

 

Modell Humphrey,"minimum" Erhöhtes Griffbrett, stärkerer Halswinkel, leichtere Spielbarkeit ab 12. Bund

Modell "Homenaje a Simplicio oder 2 >1" Zwei Schallöcher, erhöhtes Griffbrett , 24 Bünde möglich, Ton verstellbar

 

Klassikgitarren und Flamencogitarren seit 1983

Gitarrenbauer

Franz Butscher

Lora Tamayo 98

18400 Orgiva (Granada)

Spanien

Tel: +34 620515164

franz@franzbutscher.com

Home

Vorwort

Gitarrenbauer im ganzen sind in drei teile aufgegeteilt. Hobby bauer, industrie bauer und gitarren bauer. Wir werden den geschichten eines menschen lauschen, dem seine eltern den namen franz gegeben haben, und der sich selbst der dritten art zugehoerig fuehlt. Eigentlich sollten handwerker ja nicht reden, schon gar nicht ueber sich selbst, oder ihre arbeit. Sie sind eben handwerker. wer verlangt schon von einem arzt gartenzwerge, oder von caesar ein buch? Man hoert sie reden und denkt so bei sich, wenn du bloss dein maul gehalten haettest. Aber was solls, handwerker sind eben handwerker.
Zu seiner vertedigung duerfen wir wir aber anfuehren, dass er selbst nicht wirklich redet, sondern wir es sind, die ihm zuhoeren. er bruddelt mehr so fuer sich hin. das passiert ja zum beispiel auch einigen frauen, wenn sie waesche falten. Wir hoeren halt diesmal zu.

Vor der jungfraeulichkeit

Franz bewegt sich im kreis, besser gesagt seine hand kreist. Franz lackiert. Schellack, handpolitur. Das klingt ja schon edel. Die edelste oberflaechenbehandlung mit der bei gitarren geworben wird. Franz hat mal vor zwanzig jahren bei einem antiquitaetenhaendler nach dem preis einer schellackpolitur gefragt, und der hat ganz cool geantwortet: sechshundert mark der quadratmeter, wenn keine ecken zu lackieren sind. Haette franz nicht besser lackierer werden sollen?
Schellack ist also edel. Das waer mal geklaert. Wozu ist er noch gut? Er ist nicht wasserfest, nicht stossfest, nicht kratzfest, er greift sich schnell ab, manchen schweiss kann er ueberhaupt nicht vertragen und schon gar keinen flamencowilden.
Schellack ist edel.
Franzens hand kreist, sie haelt die maus. So nennen die lackierer den ballen, fetzen der aeltesten leintuecher in die form einer maus gefaltet, mit dem sie versuchen diesen schellack aufs holz zu bringen. Seine maus ist inzwischen wieder klein, am anfang war sie wunderschoen gelb, von diesem roten saft aus alkohol und kaeferscheisse. Das ist schellack: exkremente von irgendwelchen exotischen kaefern. Man sieht, franz ist ein alkemist, zudem ein erfolgreicher. Wer kann schon von sich behaupten, aus aus scheisse gold zu machen? Seine maus ist schon wieder dreckig von all den puelverchen und oelchen die er beimischt, in der hoffnung , dass es schneller gehen wird, dass der edle lack hearter werden wuerde, oder waers doch besser weicher? Beinflusst der lack nicht massgeblich den ton? ok er muss das puelverchen noch bestellen, und wie war noch der name des anderen puelverchens? er wollte doch den weichen ton, oder?
Die maus die kreist. am bauch ist sie blank und feucht an den raendern dreckig weich und hart, ihren schwanz hat franz in seiner hand. Er hat sie in anderen haenden schon gesehen, sogar gefragt ob er sie beruehren duerfe. Und sie liessen sie ihn beruehren, dieses intimste werkzeug ihres alten wissens, laechelnd, weil wissend, dass nur ein durstiger sich so verhaelt, und auch wissend, dass es ihm nichts helfen wuerde. In anderen haenden sind die maeuse aber trocken oder feucht. Gross bis riessieg, klein bis kleinst, rund oder eckig, oder fuer jeden anlass eine andere, guck das ist edel. Franz ist zu seiner kleinen und dreckigen zurueckgekehrt, die hat sich als seine freundin und helferin erwiesen. Zeig mir deine maus und ich sag dir wer du bist? Kann schon sein, aber wer will das schon wirklich wissen?
es kreist die maus, und das schon seit tagen, und an ihrem schwanz da haengt der franz. Natuerlich kreist sie nicht tagelang, viertelstndenweise auf einer flaeche, aber das dreimal am tag. Franz wird oft gefragt, wie lange so ein schellack daure; bis er fertig sei. Wieviele schichten er denn haette; 17, denn dann hoerte er auf zu zaehlen, also , bis er fertig sei. Mensch franz, das timmt ja auch nicht: ein schellack ist ja nie fertig. Alle zwei , drei jahre kommt die gitarre ja zurueck und dann heissts aufpolieren, und das immer wieder, bis sie nicht mehr gespielt wird oder ganz misshandelt. Und der franz der kreist, ist ja auch kein wunder. Er faengt ja schon morgens an, 98 prozentigen alkohol zu schnueffeln. Tatsaechlich tritt der akohol in dieser konzentration noch besser ueber seine maus in die haut in seine blutbahn ein, aber dagegen hat er schon lange angefangen sich zu schuetzen, in dem er gummihandschuhe traegt. Ein kollege fragte ihn einmal, ob das gut gehe , ob man da uebehaupt noch das richtige gefuehl habe, fuer den zustand seiner maus, worauf er antwortete, man koenne damit leben, und dazu koenne man die gummis sogar zweimal verwenden. man braeuchte sie nur nach gebrauch umdrehen, genau wie die condome. Der witz kam nicht so gut an. Er hatte auch die geschichte gehoert von dem alten lackierer, der vor nicht allzu langer zeit gestorben war, blind, mit der lackiererkraetze und halbverrueckt von dem schlechten alkohol den man verbrauchte. Lieber benedict; verurteil unseren franz doch bitte nicht.
Es kreist die maus. Franz schaetzt, ach was er stoppt: Hundertundzwanzig umdrehungen in der minute. Siebentausenzweihundertmal die stunde, drei stunden am tag pro gitarre und das acht tage lang. Das macht hundertzweiundsiebzitausendachthundert umdrehungen. Das ist nicht wenig, aber nicht das schlimmste. Franz hat einen fehler gemacht, klein, und fein. Der anschluss der randeinlagen sitmmt nicht genau, die gitarre klingt und wird deswegen nicht brechen, es ist ja nur verzierung, viele machens ja nicht mal, niemand wirds sehen ausser den kollegen. er aber sieht ihn oft den fehler, oft. Sehr oft sogar. Mensch mindestens zwanzigtausend mal. Franz wird bescheiden und er schwoert, den fehler mach ich nimmermehr und keinen andren auch.
Die maus die kreist und kreist, der franz der traeumt und traeumt. Ist das meditation? eine woche lang von morgens bis abends die rechte hand kreisen lassen. moenche werden dafuer bewundert , die leute, die vor seinem fenster ihre hunde spazieren fuehren denken sicher , der spinnt, oder so einen job haette ich auch gern. franz aber traeumt von diesem famosen gitarristen, diesem wunder an musik, weisheit und schoenheit, der ihn eines tages ansprechen wird mit diesen kreisenden worten: franz, mach mir eine gitarre. Und franz sitzt im publikum und hoert seine gitarre, das was er ist, das was er kann , das was er will, beruehrt von diesen wundervollen haenden, klingend und die anderen beruehrend, bewegt von diesem genialen geist des anderen. Er hats geschafft, er ist oben, er ist gut, fantastisch und beruehmt, bald reich und zass. Die maus sie steht. Da steht sie und schaut auf zu ihrem herrn, laechelnd und bewundernd, und loesst auf mit ihren wunderbaren saeften, die vier tage alte flaeche. Diese ebene aus nichts, die den augen streichelt und so verlangt nach der bruehrung der erregten hand. diese gleichmaessigkeit die begrenzt doch die welt wiegerspieget und gleichzeiteig das, was unter ihr liegt, zum leuchten bringt, hat ein loch, ein fleck. Das holz liegt frei, seine poren klaffen auf wie pickel, darum herum das stille meer.
Vier tage spaeter kreist die maus, sie hat die pickel ersaufen lassen in diesem schwarzen meer. Keine duehnung und kein makel mehr . eine flaeche stoesst an eine andre und laesst sie wiederspiegeln, die flaechen sind flaechen und dadurch werden die kanten zu bewegung . all das ist schoen und zwanzigtausend mal betrachtet, bedacht, befeuchtet und gestreichelt. Es ist vollbracht. Der kunde kommt. Die gitarre schaut aus ihrem koffer. Er nimmt sie an sich und er spielt. Er freut sich und will gehn. Franz nimmt die gitarre nochmal in die hand . Da ist er . Dieser erste kratzer.

Der gedanken kommt vor dem fall

Markus lebte eine zeitlang mit franz zusammen oder umgekehrt , in den semesterferien jobbte er in einem riesen ausflugslokal als kellner, maximale gedaechtnisleistung: fuenfzig bestellungen, essen, trinken, nachbestellungen. bei der der cocacola des einundfuenfzigsten gastes brach seine sektion zusammen. Und dir faellt niemals was aus der hand? Einem kellner faellt nie was runter, und falls es doch passieren sollte, geht er einfach weiter , mit einem gesicht, als waer nichts gewesen, und schon gar nicht er selber. Die eleganz oder arroganz des dienenden. Vielleicht kommts auch von weiter her. Was haette einem roemischen sklaven in dem fall passieren koennen? Ist es da nicht viel besser, beim blick des herrn schon nich mehr am tatort zu sein. Franz hat diese geschichte sehr gefallen, auch weil er die gesichter und die haltungen in den geschichten sich vorstellt und gern lacht. Er hat eine cinematoscope fantasie, leider kein fotografisches gedaechtnis.
Dem franz faellt nichts mehr runter.
Eine nachmittags sitzt er in einer bar vor seinem kafee und der zeitung. Zwei hocker weiter das groesste ekel, das er kennt, und dieses ekel weiss das, und es gibt ihn gern den ekel. Auf dem hocker zwischen beiden liegt die jacke des ekels. Franz liest seine nachrichten, den sport , die jacke rutscht, franz hat sie in der hand, das ekel glotzt ganz baff. Selbst das ekel kann den ausdruck der bewunderung nicht meiden. Ganz einfach: klar sind franz schon viele sachen runtergefallen in seiner werkstatt. Seine erste gitarre beim lackieren, ein riesen loch, seine illusion, eine andere gechichte, fertige werkstuecke , volle leimkocher, das ist eine sauerei, heisser knochenleim, ganz neu angsetzt, verfestigt sofort auf dem kalten boden , wo er ja nicht hingehoert, sondern in die reperatur , die morgem freuh haette ferig sein sollen, zu dem wirds noch stinken tagelang. Eine laufende fraesmaschine, zweiunzwanzigtausend umdrehungen in der minute, frischgeschaerft. Auch die geoert nicht in die luft, auch nicht nur fuer sekunden und auf dem boden auch nicht, weil normaler weise nach dem fliegen ist sie kaputt und heisst dann schrott. Und schrott ist nicht nur ein wort, es heisst drei oder vier tage nicht arbeiten in spanien auf dem lande. die naechsten laeden sind in granada, stau und kein parkplatz , in zehn geschaeften gibts die alte maschine nicht, also welche neue? und fuenf jahre fehler vermeiden und ideen sind am arsch , die neue sicherheit braucht nur noch zwei.
Franz ist alle seine fehler, deshalb waehlt er seine handlungen so, dass nichts mehr herunterfaellt, macht nur eine sache und nicht zwei, raeumt auf, obwohl es das nicht ist, kehrt sogar nach jeden arbeitsschritt, auch kann er dabei seinen naechsten schritt bedenken. Franz faellt was runter. Die decke, schon bebalkt, fichte vor zehn jahren, gekauft auf dieser reise, das kind, sein maedchen zwei jahre alt allein mit ihrer mutter, seiner frau. Gekauft die zwanzig decken mit dem lezten geld aber der groessten erwartung, die eine von den zwanzig, die einzig ist und schoen, die glaenzt die schimmert sie wird klingen und nicht zerbrechen, franz greift zu.
Die fraesmachine wie beschrieben sie faellt . franz laesst sie fallen.
Das messer faellt. Am anfang hat er viele gekauft, zwanzig , eins nach dem anderen, hat gelernt, sie so zu schaerfen, wie jedes einzelne es von ihm verlangt. Von den zwanzig sind drei die seinen geworden, die anderen verschenkt oder vergraben. Wenn es mit der schneide auf den steinboden faellt, wird es nicht mehr dasselbe. Er koennte den fuss wegziehen, damit es ihn nicht trifft. Es hat einen griff und franz fasst zu. Was sind schon hundert zentimeter luft, die zwischen ganz und repariert entscheiden. Franz folgt nur der alten regel, zuerst deine hand , dann dein werkzeug, dann das werkstueck, schon seit der steinzeit machen das die maenner. Sie halten die zeit an, schauen, pruefen und entscheiden, Entscheiden. was , zu tun oder was zu lassen und wie, braucht seine zeit, es dann zu tun, das geht schnell.
Franz koennte noch schneller werden, wenn er zu der regel noch ein kriterium hinzufuegen wuerde: lass ich dem ekel die jacke in den dreck fallen oder nicht? er belaesst es bei der alten regel.

Sag mir meister

1
maestro? Gibt es ueberhaupt geheimnisse?
Ja klar. Wenn der meister selbst vergessen hat, warum er was so macht und nicht anders.
2
maestro? Was haeltst du von dem gitarrenbauer oder von dem?
Red niemals ueber einen kollegen. Wenn du gut von ihm redest,machst du dich selber klein, Wenn du schlecht von ihm redest, dann auch.
3
maestro? Gibts die perfection ueberhaupt?
Nach der perfection faengt die kunst erst an.
4
maestro? Was braucht eine gitarre?
der gitarre gibt man das , was sie braucht, nicht mehr.
5
maestro. Die geschmaecker sind verschieden.
nein, es gibt entscheidungen, die koennen gut oder schlecht sein.
6
maestro? Der und der verwendet fuenfzigjahrelang gelagertes holz.
Sein vater wird schon seine gruende gehabt haben, es nicht zu verwenden.v 7
maestro, das ist aber kein argument!
Ich will nicht ueberzeugen, ich will verfuehren.

Der meister schleift selbst

Das hat man franz erzaehlt: Kommt ein junger gitarrenbauer in die wekstatt des meisters. Der steht da und schleift mit einem laecheln. Meister , es scheint , als ob ihnen selbst das schleifen spass machte. Weisst du, ich weiss , dass keiner so gut schleift wie ich. Und ausserdem weiss ich, dass der gitarist, fuer den die gitarre ist, sich auch darueber freut. Was fuer eine wunderbare haltung. Schleifen professionell, koennte langweilig sein, viele benutzen eine schleifmaschine. Er macht es mit der hand. Er koennte den gesellen das machen lassen, der steht hinten an den maschinen. Fuer ihn gibt es keine untergeordnete arbeit, alles was er mit hand machen kann das macht er selbst.

Franz kauft sein erstes cabrio

Donnerstag Franz ist ueber fuenfzig. er sieht es , es ist haesslich, alt, gross, amerikanisch aber gepflegt, 40 000 km und kostet 2000 euro. Das ist es, was er seit ein paar jahren sucht, genau das. Eigentlich , will er es sofort fuer den samstag mitnehmen. Das, sagt der Verkaefer, ginge nicht, das sei zu schnell.
Also faehrt der franz heim und hat zeit zu denken, schaut ins internet, kalkuliert, ueberlegt, was er zu schauen hat, damit er nicht beschissen wird.
er faehrt nochmal hin , es scheint alles in ordnung zu sein; scheckheft, alter des vorherigen halters , sogar die natonalitaet. franz darf sogar die kiste fahren, ind die laeuft . also nochmal nach hause und kurz nachdenken, hat ja zeit bis zum naechsten montag, bis samstag ist die kiste ja doch nicht abholbar und was macht schon eine woche , nach all den jahren traeumen. und verdammt, was hatte der verkaeufer vorgeschlagen? franz soll zuerst die 2000 zahlen , der verkaeufer zahlt de alten besitzer, und dann sieht man weiter mit dem tuev. ha, so dumm ist unser franz dann doch nicht, setzt sich hin und schreibt sein gegenangebot per mail, wie klever und geschaeftstuechtig , wie er glaubt: oder 2000 tuev incjusive oder 1000 und der rest auf sein risiko. und dann wartet er. und gut , er wartet. am montag dann faehrt er wider vor: haben sie meine mail gekriegt? ja, und wie ist ihr angebot? 2000 mit tuev lassen sie mich nochmal das auto ansehen und da sitzt er nun und probiert all die knoepfe. das verdeck geht rauf und runter, die sitze hin und her und rauf und runter, was wichtig ist, damit man unsern franz auch sieht in diesem riesenschiff, und der franz sieht sich schon, wie er will, dass ihn die anderen sehen. ja das ding, das ist gekauft, auch wenn die tochter schon gedroht hat, sie wuerde sich nie da mit ihm da drin sehen lassen. der verkaeufer kommt heran, sieht von oben in das auto: und machen wir den vertrag? und da formen sich auf franzens lippen diese worte, dieser unheilsvolle satz: um ein pferd und um ein auto muss man handeln. noch laechelt er und sieht hinauf zu dem verkaeufer, der da sagt: an sie verkauf ich das auto nicht
Franz 2 (vorerst erst drei teile erlebt) tatsaechlich ist franz 53 jahre alt, nicht geschummelt, und jetzt gruebelt er. so eine unverschaemtheit! das ist ihm noch nie vorgekommen. halt , da war doch was, ja vor jahren, da hatte ihm sein stiefsohn einen deal vermasselt, was heisst vermasselt, der verkaefer war wie der von gestern gewesen, torero, uebeheblich. auch er selbst hatte es schon eimal hingekriegt dieses : dir vekauf ich nichts, als ihm ein kunde eine gitarre miesmachen wollte, um den preis zu druecken. aha die verdraengung funtioniert also doch. wo hat er bloss noch verdraengt, gut, damit wird er sich spaeter beschaeftigen.
53 jahre, letztes jahr wurden solche menschen noch die zweiten pubertierenden genannt. das war vor der krise. das ist es ja, nicht mal die krise laesst man ihn ausnuetzen. mann gewoehnt sich dran, dass mann keine frau auf dem beifahrersitz hat, aber dass man drum betteln muss fuer den sitz sein geld auszugeben zu duerfen. bitte, bitte verkauf mir diesen schrott, dieses alte spielzeug fuer reiche alte saecke, an dem sie den gefallen verloren haben, weil sie ein neues gefunden haben, bei dir , und du hast schon verdient an diesem deal, du depp. lass mich vor dir kriechen, herr erhoere mein flehen und lass mich mein gegegeld ausgeben.
die tochter sagt: das auto war nicht fuer dich, da war sicher irgendetwas faul. aber was weiss die kleine schon, von autos , vom verhandeln und von menschen?v es grueblt unser franz. er will das auto, er will nicht auf seiner erniedrigung sitzenbleiben, sondern im wind dahinschweben, jeder jungspund macht es. was kann er also machen?
den stiefsohn, das auto kaufen lassen , einen freund den schwiegersohn? erstens wirds dann teurer und zweitens gestaende er seine unfaehigkeit damit ein. Selber hingehen mit dem verletzten stolz? lieber franz: du hast mal wieder ein problem
-- Franz 3
Freitag
Franz hat sein problem. Es klingelt. Da steht antonio mit einem schwiegersohn. Ueberhaupt, ein zigeuner kommt selten alleine, und wenn, dann ruft sein vater jede stunde an , ob es dem sohn noch gut gehe, oder die frau, dass er den fernseher angelassen habe. Die reperatur seiner gitarre ist noch nicht fertig, egal gitarren sind wie kinder. Antonio kommt aus dem dorf des cabrios.
Antonio, kennst du die ,,,,,autovertretung?
Klar kenn ich die, und jesus ist ist ein guter freund von mir und pedro noch mehr, ein super mechaniker...............
Antonio, ich hab fogendes problem.............
Wenn jesus sagt, dass er dir das auto nicht verkauft, dann verkauft er es dir nicht. Ich hatte ein aehnliches problem mit ihm vor zehn jahren, seitdem war ich nicht mehr dort, ich kaufe meine autos woanders.
Aber antonio, ich will das auto....................
Ich kann ja mal pedro fragen, was da passiert ist. Ruf mich montag an.
Montag morgenv Antonio?
Pass auf, jesus verkauft dir das auto, aber nur ueber mich. Kommm her aber du sagst kein wort.
Tja franz. Da hast du die loesung deines problems.
Zehn autos gekauft, ein kind grossgezogen, zwei haeuser gebaut, eine andere sprache sprechen gelernt, kannst sogar internet bedienen, antonio um einen gefallen bemueht, und dann sagt man dir, du stehst in der ecke und haelst dein maul und bezahlst 2000 euro dafuer.und dir repaereatur der gitarre musst antinio auch noch erlassen.
Hier waer eigentlich die stelle, die geschichte aufhoeren zu lassen. Aber klar, ihr wisst ja , dass franz sich das auto kaufen wird. Aber wissst ihr auch warum?
Es ist die geschichte , die ihn ueberzeugt hat.

Oh messer, du mein vergnuegen

oh messer, du mein vergnuegen
du laesst mich dich beherrschen
du gibst mir mut,
dass ich das schoene machen kann,
weil du tust was ich verlange
lange wollt ich fremdgehen,
mir das wertvolle, das japanische goennen
du warst immer da,
laesst dich durch wasser ueber steine ziehn,
die meine haende aufrauhen.
aber dich zum glaenzen bringen
gut, sollen andere sich mit der japanerin vergnuegen
du gleitest, zeigst mir was bewegung ist
und gegenseitiges vertrauen.
ich traf dich, arm wir alle,
in asturien in einem alten laden
meine frau sagte, kauf es dir

heissleim, du mein helfer
begleiter unsrer meister
knochen und haut
flexibel und stark.
du machst mich schnell
im handeln und genau.
du fuellst nicht sondern einst.
das zimmer bereit ich dir zur hochzeit
machs warm und raeume auf
es soll die feier werden und auch halten

kreissaege, du meine freundin,
die du mir die illusion verschaffst
dass es etwas gerades gaebe
, dass gleiches gleich waer.
ich bewege mich dadurch leichter
und mein denken machst du mir einfacher
ich schau dich an, mit deinem blick
mir sagst, wie schoen doch meine finger sind
wie wichtig, folge meinen regeln.
Kleine fehler, werd ich dir verzeihn,
bockend, damit du’s merkst

oh fraese, du meister
schreiend machst du dir respekt,
jeder hoert dir zu, kann nur aufmerksan sein
machst denken, aber auf gute weise
die angst die du verbreitest
muss ueberwunden werden, dann
ja dann laesst du dich gebrauchen.
wieviel dinge machst du moeglich
die selbst unsre alten meister
nicht mal denken konnten

schnur, du meine schlange,
mystisch fuer uns europaer.
je mehr ich dich kenn,
mehr verfuehrst du.
Zusammen mit deinem freund ,
dem keil, noch aelter als du vielleicht,
machst du einen zum sinnlichen vergnuegen.

o keil , du mein zwiespalt.
Zum trennen wohl gefunden,
Hat eine listige hand mit anderm gepaart
zum einen dich gebraucht.
erinnerst mich,
dass mit ehrfurcht ich dich gebrauchen soll
gedenken derer, die dich lange betrachten mussten,
um dich umzukehren.

oh hand, du meine hand,
fast haett ich dich vergessen
du laesst mich spueren,
laesst mich streicheln.
Laesst mich halten und laesst los.
Schnell, wenns nottut.
Stark, wenn ich dich uebe,
sanft, wenn ich dich uebe.
Ich seh dir zu,
Du gibst mir sicherheit,
und wenn ich uebe,
allem andren auch


Er


Und da faengt er an zu spielen. Franz denkt: Gut. Rene sagte einmal, wenn die musik gut ist, kann man wenigstens schlafen. Franz ist fertig von den vergangenen tagen, kunden auflauern, frueh austehen , spaet ins bett, viel trinken, nichts allzudummes daherreden, dreitausend kilometer fahren. Dazu spielt er die kleine gitarre, die romantische. Franz muss nicht zuhoeren, um sie mit seinen eigenen gitarren zu vergleichen. Franz kann schlafen.
Die noten plaetschern so vor sich hin, irgendwelches romantisches zeugs, merz ist angekuendigt, nie gehoert den namen. Leise in dieser evangelischen kirche, ein haufen leute, das festival ist wirklich gut organisiert, die kirche ist bei allen konzerten zum brechen voll, und das fuer gitarre, ganz aussergewoehnlich. Gut , es gibt ein paar bekannte leute, aber den hier kennt kein mensch. Eigentlich witzig. Franz kommt der satz aus den unbestechlichen in den sinn: Es kann nur ein italiener sein , der mit nem taschenmesser auf eine schiesserei kommt. Und da der tsheche mit der allzukleinen gitarre fuer so viele ohren.
Applaus. Das erste stueck ist vorbei. Und weiter gehts mit musik, die franz nicht kennt. Keine bekannte melodie, die einlullt, kein rythmus der verrueckt waere, oder fesseln wuerde, ganz einfach musik. Franz faengt an zuzuhoeren und schaut hin. Nichts scheint anders als sonst. Ein mann , eine gitarre, zwar klein aber doch gitarre. Hallo franz, wolltest du nicht schlafen, zumindest doesen, ohne zu schnarchen? Was ist da eigentlisch los? Und ploetzlich weiss franz, was passiert ist: Es sind ihm die ohren aufgegangen, wie wenn seine ohrmuscheln ins riesige gewachsen waeren. Erscherckt sieht er sich um, die anderen haben noch die selben ohren, also nimmt er an, dass seine auch noch die selben sind. Es ist Franz schon mal sowas passiert in diesem halbschlafzustand auf der autobahn in seiner ente. Der tacho war ja schon lange kaputt gewesen, aber die hundert meter hatte er immer noch gezaehlt. Franz schaut auf den kilometerzaehler und sieht, dass der rast , ein einhundertmeter nach dem anderen, schneller als eine sekunde. Franz muesste laut hundertmeterzaehler fliegen in seiner ente. Franz braucht einen moment, nach tacho etwa fuenfhundert meter, bis er aus dem fenster schaut und sieht , dass seine ente doch nicht fliegt und er selbst auch nicht. Der mann da oben ist auch nicht lauter geworden, aber was er gemacht hat, ist, dass er franz die ohren ausgeputzt hat. Das ist ja riesig , diese toene, dies farben , diese durchdringende kraft. Das geht doch nicht, der mann ist noch derselbe, die kleine gitarre ist noch klein, die kirche gross und immer noch so viele ohren. Un doch, franz hoert alles, so als ob er in der gitarre drinnensaesse, so als ob jemand die orgel droehnen liesse, nicht diese in dieser kirche, die ist ja viel zu klein.
Das dritte stueck: Paganini. Den namen kennt Franz. Virtuosen hat er bisher immer gehasst. Diese technikfreaks, schnelligkeit um der schnelligkeit willen. Artistik, um sich selbst zu beweihraeuchern und von anderen umschwaermt zu werden. Da oben fliegen die finger, stolzieren, tippeln, rennen, der spieler schaut ihnen sogar selbst zu, wie sie bei ihrem lauf ubers griffbrett rausschiessen, wie wenn es nach oben hin zu kurz waere fuer ihre uebermut, und wie wenn die musik erst viel weiter oben aufhoeren wuerde. Indem der mann da oben seinen fingern zuschaut, guckt auch Franz dahin, so wie Franz vorhin zuhoeren lernte, weil der da oben sich selbst zuhoerte. Weil der da oben weiss, dass er was zu sagen hat, dass er es gut sagen kann, nein dass es ausserordentlich ist, was da seine finger machen, dass jeder schritt der richtige ist, jedes tempo seinen sinn hat, sogar die seitenspruenge, ueber das griffbrett hinaus. diese bewegung, nach diesem Sprint uber die buende, als anlauf zu diesem sprung ins lehre so um den kopf der kleinen gitarre. Was angefangen hatte wie ein hundertmeterlauf endet nun in dieser seiner nonchalanten linken hand, die luft beiseiteschiebend, der musik den vortritt gebend in all die vielen ohren die sie nicht erwartet haben. Die augen verschmitzt laechelnd, wissend,, dass alle alles gesehen und gehoert ja verstanden haben und nun Komplizen sind. Ja Komplizen: Franz kennt diese bewegung von sich selbst. An seinem auto war die zentralverriegelung kaputtgegangen, er konnte nur noch auf der beifahrerseite aufschliessen. Als er zum ersten mal einer frau die beifahrerseite aufschloss und ihr die tuer aufmachte, war diese ganz verbluefft um dieser alten galanterie. Franz entschloss sich das auto nicht reparieren zu lassen, ja sogar die geste zu betonen, was jeder frau, sogar den maennern gefiel, die geschichte gefiel dann auch.
Franz sitzt zwanzig meter weg von dem da oben. Wie ist es moeglich, dass er sieht und hoert? Keine zeitlupe, keine vergroesserung und kein verstaerker. Ein kleiner cheche, eine kleine gitarre, die riesige kirche und all die vielen ohren. Das stueck hat die nummer neununzwanzig und erzaehlt von einem gespraech zwischen einem paar. Zuerst denkt Franz, dass die beiden alt seien und sich streiten. Der mann der brummelt, die frau, sie ist viel schneller und viel hoeher, der mann kann ihren worten kaum folgen, aber er versuchts. Der streit ist alt, schon tausendmal gefuehrt, der ausgang klar von anfang an. Die vielen ohren kennen ihn und muessen laecheln, bald koennen sie das lachen nicht mehr halten in der evagelischen kirche. Die frau spricht das thema an, zuerst ganz sanft, im hintergrund hoert man es aber schon grummeln, das thema verzweigt sich wird filigraner und schneller bis hysterisch, man hoert den mann denken, nach einer antwort suchen. Alle wissen, er muss antworten, und er tuts, waehlt brustton, noch ueberzeugt, aber er wird sich schon verheddern und zwischenrein , immer wieder die frau, bis sie wieder am reden ist und der mann begleitet. Neue themen in all den variationen bis hin zum flagolett, dem leisesten, was die gitarre bieten kann. Alle, die da hoeren, kennen das, es ist ihr streit. Franz seiht sie da sitzen alte, junge, alle lachen. Die beiden die da oben streieten sind jetzt nicht mehr zwei alte leute , verheddert in ihrem ewigen streit, es sind zwei liebende geworden, ihr streit ist teil ihres spiels um ihre liebe, um ihre staerken und die schwaechen und die wirklichkeit.
Virtuos, kommt von lateinisch vir, mann, mensch, also maennlich, menschlich.
In der pause spricht jeder mit jedem, keiner kann sich halten, wo normal kleine grueppchen von bekannten leise reden, spricht der fremde mit dem fremden. Hast du das gesehen, so was hab ich noch nie erlebt, und die stelle , wo... , diese geste, wo.......... selbst die grammatik faellt auf die stufe zurueck, als die ersten musketierfilme unter kindern kommentiert wurden oder die spiele der brasilianer mit pele. Jeder hat das gefuehl, ein besserer mensch geworden zu sein, dass heute ein neues leben angefangen habe, das lachen ist in den gesichtern, zuversicht in den herzen.
Und das war erst die erste halbzeit, und zu der zweiten wird er mit der richtigen gitarre kommen. Und das, das schaut ihr am besten selber an. Schaut nach bei merz im internet , ob ihr ihn da findet, den tschechen mit der kleinen aber romantischen gitarre. Er gibt konzerte und ist sicher einmal im jahr in deiner naehe.